Die vererbte Hämochromatose, auch Eisenspeicherkrankheit genannt, ist eine der häufigsten erblichen Stoffwechselerkrankungen.
Auslöser für die Krankheit sind Fehler in dem Gen, das für die Eisenaufnahme aus der Nahrung zuständig ist. Diese Defekte beeinträchtigen die Funktion dieses Gens und führen zur übermäßigen Eisenaufnahme (zu viel Eisen im Blut), welches sich über die Jahre hinweg in den Organen wie Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse, Hirnanhangsdrüse und den Gelenken ablagert und diese schädigt. Dabei können Symptome wie Gelenkschmerzen, Zuckerkrankheit, bis hin zur Leberzhirrose oder Leberkrebs auftreten.
Die vererbte Form der Hämochromatose ist in der nordeuropäischen Bevölkerung sehr häufig. Jeder Zehnte besitzt ein defektes Gen und ist somit Träger (Heterozygot), während etwa eine von 200 Personen zwei defekte Gene besitzt (Homozygot) und einem hohen Risiko, an der Eisenspeicherkrankheit zu erkranken, ausgesetzt ist.
Fehldiagnose
Erhöhte Leberwerte in Laborbefunden und einige Symptome, die Anzeichen für die Eisenspeicherkrankheit sind, werden oft fehldiagnostiziert, was zu einer falschen Behandlung und Verschlechterung der Symptome führt. Fehldiagnose ist daher ein häufiges Problem und laut Einschätzung von Experten werden etwa 70% der Fälle falsch diagnostiziert. Unbehandelt kann diese Krankheit frühzeitig zum Tod führen, jedoch kann sie durch einfache Vorsorgemaßnahmen behandelt und sogar verhindert werden.
Deswegen ist es hilfreich, eine genetische Vorbelastung noch vor Ausbruch der Krankheit zu erkennen und anschließend mit Hilfe von Vorsorgemaßnahmen die Krankheit womöglich sogar zu verhindern.
Symptome der Eisenspeicherkrankheit:
- Gelenkschmerzen, vor allem in Knien, Hüfte und Fingern; zunehmend auch bei Bewegung
- Starke Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Reizbarkeit, depressive Verstimmung
- Anfälligkeit für Infektionskrankheiten
Bei Männern: Verringerung der Libido, Impotenz
Bei Frauen: Veränderung und Ausfall der Monatsblutung - Graubraune Hautpigmentierung, rötliche Flecken, später auch Bronzetönung der Haut (wird als Bronzediabetes bezeichnet)
- Haarausfall und frühzeitiges Ergrauen der Haare
- Krämpfe im Oberbauch, besonders auf der rechten Seite
- Brustschmerzen und unregelmäßiger Herzschlag
- Chronische Leberkrankheiten bis hin zu Leberkrebs durch Eiseneinlagerung in der Leber
- Zuckerkrankheit durch Eiseneinlagerung in der Bauchspeicheldrüse
Milzvergrößerung - Später auch Minderung und Störung der Herzfunktion, in Form von Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen