Hormonelle Verhütungsmittel bieten Schutz gegen ungewollte Schwangerschaften, doch erhöhen auch das individuelle Thromboserisiko.
Da bei jungen Menschen Thrombose nur selten auftritt, ist dieses Risiko kaum bedenklich, es sei denn, es kommen andere Risikofaktoren wie eine genetische Veranlagung hinzu. Ein Gendefekt in den Thrombose-Genen erhöht auch ohne der Verwendung von hormonellen Verhütungsmitteln das Thromboserisiko erheblich, welches in Kombination mit hormoneller Verhütung jedoch auf etwa
das 18-Fache und in manchen Fällen sogar auf
mehr als das 80-Fache ansteigt.
Für Frauen mit genetischer Veranlagung zur Thrombose ist von der Verwendung von hormoneller Verhütung also dringend abzuraten, um möglicherweise lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden.
Genetische Vorsorgetests zum Erkennen eines vorhandenen Thromboserisikos werden leider nur selten durchgeführt und deshalb wissen die meisten Frauen nicht, dass hormonelle Verhütung für sie eine erhebliche Gefahr darstellen kann. Aus diesem Grund wird eine genetische Vorbelastung meistens erst nach dem Auftreten eines Thrombosefalles erkannt, der jedoch in manchen Fällen bereits tödlich enden kann.
Bisher wurden 2 Gene identifiziert, die die Blutgerinnselbildung in den Adern verhindern. Ist eines dieser Gene defekt, kann es seine Aufgabe nicht erfüllen und das Risiko zur Bildung eines Blutgerinnsels steigt - besonders in Kombination mit hormoneller Verhütung - erheblich. Jeder Mensch besitzt zwei Gene jedes Typs und etwa jeder Zwanzigste trägt einen Defekt in zumindest einem Gen und ist somit ein Träger. Obwohl Träger auch ohne hormonelle Verhütung ein erheblich erhöhtes Thromboserisiko haben, steigt das Risiko bei Verwendung
auf etwa das 18-Fache. Etwa eine von 200 Personen trägt einen Fehler in beiden Genen eines Gentyps und ist somit besonders bei Verwendung hormoneller Verhütung einem
mehr als 80-fachen Thromboserisiko ausgesetzt.
Genau das macht diesen Gentest so wertvoll für Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel verwenden wollen. Wenn Sie von Ihrem genetischen Gesundheitsrisiko wissen, können Sie auf alternative Verhütungsmittel umsteigen und
lebensbedrohliche Komplikationen wie Schlaganfall, Lungenembolie oder Herzinfarkt in vielen Fällen vermeiden.